Neuigkeiten

9.6.2004
David Wachter hat im Philosophischen Jahrbuch 111 (2004), 233–236, unsere Publikation: „Günter Seubold, Die Freiheit vom Menschen. Die philosophische Humanismusdebatte der Nachkriegszeit. Darstellung, Analyse, Dokumentation“ ausführlich rezensiert. Wir zitieren die zusammenfassenden Schlußsätze der Rezension:

Seubolds „Stil besticht immer wieder durch Zuspitzung und Prägnanz und unterstreicht damit die Relevanz des Vorgebrachten. In diesem Sinne muß vor allem die Stärke von Seubolds Darstellung und Analyse der einzelnen Philosophen betont werden. Auf stringente Weise rekonstruiert er die vielstimmige Humanismusdebatte und bezieht sie auf das philosophische Gegenwartsproblem, wie sich eine plausible Kritik an technizistischen Menschenbildern formulieren lassen könnte. Überzeugend wirkt zumal die Einbeziehung des japanischen Philosophen Shinichi Hisamatsu, die zeigt, daß die Debatte über den Humanismus nicht nur im Bereich der westlichen Universitätsphilosophie geführt wird. ‚Die Freiheit vom Menschen‘ bereitet somit den unentbehrlichen Ansatz für die Anthropologie, die in Vermeidung einseitiger Fixierungen des Humanen den Weg zu einem offeneren Denken des Menschen weist. Zu hoffen bleibt daher, daß Seubold in Bälde eine umfassendere Darstellung des Konzepts einer ‚generativ-destruktiven Anthropologie‘ vorlegen wird. Seine jüngste Publikation ‚Das Barbarische der Kultur‘ stellt dazu einen ersten Schritt dar.“


Christian Rother hatte die Publikation bereits im Philosophischen Literaturanzeiger 56 (2003), 144–146, rezensiert. Hieraus einige Sätze:
„[. . .] in einem sehr weiten Sinne steht ‚Humanismus‘ für eine Anschauung, die in ‚dem‘ Menschen das Maß gleichermaßen von Mensch und Welt erblickt, ihn als Ausgang und Ziel allen Denkens und Handelns betrachtet (15). Es ist vor allem dieser traditionelle Humanismus im weiten Sinn, [. . .] den die in Günter Seubolds Buch versammelten Texte von zehn Philosophen kritisch erörtern [Teil III: Dokumentation].
[. . .]
Im ersten Teil des Buches werden die einzelnen Positionen der zehn Philosophen zusammengefaßt.
[. . .]
Der zweite Teil liefert zunächst eine Zusammenfassung, in der die wesentlichen Tendenzen der ‚Debatte‘ schlaglichtartig dargestellt werden und auf diese Weise auch eine Erklärung des Titels des Buches geben: Es geht wesentlich um eine Kritik am ‚Beharren des Menschen auf sich als d e m Prinzip‘ (159), kurz: um die Freiheit v o m Menschen. Darüber hinaus werden Fragestellungen angesprochen, die sich durch die neue Technikentwicklung ergeben (Bioethik, Todeskriterien, Abtreibung etc.) – aktuelle Probleme der praktischen Philosophie also, die keinen Eingang in die Textsammlung gefunden haben. [. . .] Mehr als entschädigt wird der Leser durch Seubolds eigene Reflexionen zur Humanismusdebatte und zu möglichen Konsequenzen, die aus ihr zu ziehen sind.
[. . .]
In jedem Falle liegt mit ‚Die Freiheit vom Menschen‘ eine überaus anregende, gut verständliche, dabei nie simplifizierende Einführung in zehn wirkmächtige philosophische Positionen zum Humanismusproblem aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts vor. Der Gebrauchswert des Buches wird durch ein von Patrick Baum erstelltes Personen- und ausführliches Sachregister sowie eine Auswahl weiterführender Literaturangaben noch erhöht.“



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Nachdruck, auch auszugsweise, nur nach schriftlicher Genehmigung des Verlages.

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